Seebestattung

 

SeebestattungLange Zeit war die Seebestattung nur denjenigen vorbehalten, die zu Lebzeiten eine bestimmte Verbindung zum Meer hatten, die meistens beruflicher Natur war. Hierzu gehörten zum Beispiel Kapitäne, Matrosen und Fischer. Da sich die Bestattungskultur in den letzten Jahrzehnten jedoch deutlich geändert hat, steht diese Art der Bestattung jetzt allen Menschen offen. Zu beobachten ist eine zunehmende Individualisierung. Genauso individuell wie das Leben soll auch der Tod mit Bestattung und der letzten Ruhe sein.

 

Aus diesem Grund sollen die Menschen selbst wählen können, wie sie sich ihren letzten Weg inklusive Bestattung und Grabmal vorstellen. Die Seebestattung ist mittlerweile auch bei Menschen beliebt, die zu Lebzeiten keine Verbindung zum Meer hatten, sei es beruflich oder privat. Wer sich jedoch vorstellen kann, auf hoher See bestattet zu werden, dem wird dieser Wunsch erfüllt, obwohl in Deutschland Friedhofzwang herrscht. Allerdings sind Ausnahmen möglich, unter anderem mit der Seebestattung. Diese Ausnahmegenehmigung erteilt die Gemeinde, in der das Trauerschiff ablegt.

Ein Trauerschiff ist das für die Seebestattung zuständige Schiff. Die Deutsche See-Bestattungs-Genossenschaft ist eine auf Seebestattungen spezialisierte Reederei, der ungefähr 400 Bestattungsunternehmen angehören. Um eine Ausnahmegenehmigung vom Friedhofszwang zu bekommen, genügt eine formale Erklärung, dass der Verstorbene eine besondere Verbindung zum Meer hatte. Eine Voraussetzung für die Seebestattung ist die vorherige Einäscherung des Verstorbenen. Eine Bestattung auf See ohne Einäscherung ist nicht möglich. Vor der Einäscherung ist eine zweite Leichenschau gesetzlich vorgeschrieben, um Fremdeinwirkung ein letztes Mal auszuschließen. Nach der Einäscherung bringt der Bestatter die Urne zum Trauerschiff. Dieses legt an einem Ort an der Nord- oder Ostseeküste ab.

 

Die Bestattung erfolgt auf rauem Grund, also außerhalb von Wassersport- und Fischereigebieten. Die Trauerfeier wird auf dem Trauerschiff abgehalten. Danach übergibt der Kapitän die Urne aus wasserlöslichem Material wie Zellulose oder Sandstein dem Meer. Eine Seebestattung mit Trauerfeier und Begleitung der Angehörigen wird als begleitete Seebestattung bezeichnet. Die Hinterbliebenen erhalten einen Auszug aus dem Seetagebuch und eine Karte mit Kennzeichnung der genauen Bestattungsposition. Eine stille Seebestattung wird ohne Trauerfeier und Begleitung der Angehörigen durchgeführt. In einer anonymen Bestattung übergibt der Kapitän mehrere Urnen dem Meer. Die Angehörigen wissen nicht, wo sich die Stelle im Meer befindet, in der die Urne der See übergeben wurde. Die Reedereien bieten individuelle Erinnerungsfahrten und jährliche Gedenkfeiern an.

 

 

 

Was suchen Sie?